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Together we AHR strong: Landesverbandstag verbindet fachliche Impulse mit bewegenden Momenten

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Unter dem Motto „Together we AHR strong“ traf sich die Malerfamilie am 9. und 10. Oktober 2026 zum Landesverbandstag in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Zwei Tage lang standen fachlicher Austausch, aktuelle Branchenthemen und persönliche Begegnungen im Mittelpunkt. Das abwechslungsreiche Programm verband informative Vorträge mit bewegenden Einblicken in die Folgen der Flutkatastrophe – und zeigte, wie viel Kraft im Zusammenhalt liegt.

Den Auftakt bildete die Obermeistertagung. In lebendiger und konstruktiver Atmosphäre diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wichtige Themen des Maler- und Lackiererhandwerks.

Am Freitagabend besuchten mehr als 110 Gäste gemeinsam die Klangwelle im Kurpark. Die spektakuläre Open-Air-Show begeisterte das Publikum. Gutes Essen und regionale Weine rundeten den Abend ab.

Am Samstagmorgen begrüßte Landesinnungsmeister Gregor Cramer die Delegierten, die zahlreichen Unterstützer sowie die Gäste aus den Schwesterverbänden zur Mitgliederversammlung. Die große Beteiligung wertete er als Zeichen hoher Wertschätzung. Besonders freue er sich darüber, den Verbandstag als Mitglied der Innung Ahrweiler in der Region ausrichten zu können.

Auch Guido Lenzen, Obermeister der Maler- und Lackierer-Innung Ahrweiler, betonte die besondere Bedeutung des Treffens für seine Innung. Der Zusammenhalt unter den Mitgliedern sei seit der Flutkatastrophe noch enger geworden. Zudem dankte er allen Sponsoren herzlich für ihre Unterstützung, die den Landesverbandstag in dieser Form erst möglich gemacht habe.

Die Flut und ihre Folgen, aber auch die beeindruckende Hilfsbereitschaft und die Bedeutung des Handwerks für den Wiederaufbau prägten die Grußworte von Landrätin Cornelia Weigand. Sie dankte den Handwerkerinnen und Handwerkern, die das Ahrtal nachhaltig wiederaufgebaut und vielen Menschen ein Stück Normalität zurückgegeben hätten.

Kurt Krautscheid, Präsident der Handwerkskammer Koblenz, berichtete von einer großen Welle der Solidarität. Er hob die wichtige Rolle des Handwerks beim Wiederaufbau hervor und sprach zugleich aktuelle Herausforderungen der Betriebe an: Bürokratie und Fachkräftemangel gehörten ebenso dazu wie die Frage, wie neue Technologien sinnvoll genutzt werden könnten. Künstliche Intelligenz könne Betriebe unterstützen, das Handwerk aber nicht ersetzen. Ein weiterer Schwerpunkt der Kammerarbeit sei die Unterstützung bei der Unternehmensnachfolge.

Ein besonders bewegender Programmpunkt war der Impulsvortrag von Dirk Mayer-Mallmann, geschäftsführender Gesellschafter der P.A. Jansen GmbH & Co. KG. Unter dem Titel „Kämpfe für das, was du liebst“ sprach er darüber, wie Menschen und Unternehmen nach einer Katastrophe wieder ins Leben und an den Markt zurückfinden können. Er ging auch der Frage nach, wie es gelingt, sich selbst und die Mitarbeitenden davon zu überzeugen, dass es weitergeht.

Michael Ebling, Minister für Wirtschaft, Tourismus, Energie und Klima Rheinland-Pfalz, hob in seinem Impuls die Bedeutung des Handwerks für die Gesellschaft hervor. Besonders wichtig sei ihm die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung. Das Handwerk bilde aus und schaffe Arbeitsplätze. Die Landesregierung wolle die Meisterschulen weiterentwickeln und die Meisterausbildung finanziell unterstützen.

Dr. Philipp Frank, neuer Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Farbe Gestaltung Bautenschutz, stellte sich den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vor. Er gab Einblicke in die Arbeit des Bundesverbandes und betonte, gemeinsam mit seinem Team und den Landesverbänden die politische Sichtbarkeit der Branche stärken und Mehrwert für die Betriebe schaffen zu wollen.

Thomas Eßer, Vorstand der MEG Maler Einkauf Gruppe eG, gab einen spannenden Einblick in die Einsatzmöglichkeiten von Robotik und künstlicher Intelligenz im Maleralltag. Angesichts des Nachwuchsmangels und des steigenden Preisdrucks seien effiziente Lösungen gefragt. Sein Vortrag lieferte dazu Denkanstöße und einen Ausblick auf mögliche Entwicklungen.

Wie konkret sich aktuelle Veränderungen bereits auf den Betriebsalltag auswirken, zeigte der Vortrag von Sebastian Wulf, Geschäftsführer der masoft24 GmbH, zur elektronischen Rechnung. Die zahlreichen Rückfragen machten deutlich, wie groß der Informations- und Klärungsbedarf in diesem Bereich weiterhin ist.

Safije Agemar, Geschäftsführerin des Landesverbandes Rheinland-Pfalz, stellte verschiedene Projekte und Aktivitäten vor. Dazu gehört auch ein für 2027 geplanter „Zukunftstag“ für Auszubildende. Die Nachwuchsgewinnung und -förderung bleibe eine zentrale Aufgabe – vom Ausbildungsbeginn bis zur späteren Unternehmensnachfolge.

Besonders erfreut zeigte sich Agemar über die Unterstützung der Auszubildenden Lea, Jasmin und Hannah. Sie betreuten den #werdeMaler-Stand und zeigten, wie sich der Ausbildungsberuf auf Berufsmessen professionell und ansprechend präsentieren lässt. „Die Einbindung junger Menschen in unsere Verbandsarbeit ist elementar, um uns für die Zukunft gut aufzustellen“, betonte Agemar.

Darüber hinaus stellte sie Projekte vor, die gemeinsam mit Schwesterverbänden in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern umgesetzt werden. Wo Ressourcen begrenzt seien, gelte es, mit kreativen Ideen und gemeinsamen Lösungen möglichst viel für die Innungsmitglieder zu erreichen. Ebenso wichtig sei die Zusammenarbeit mit Partnern und Unterstützern aus Industrie und Handel. Agemar nutzte die Gelegenheit, sich herzlich für die gute Zusammenarbeit zu bedanken.

Den emotionalen Schlusspunkt setzte der Galaabend am Samstag, zu dem sich mehr als 110 Gäste versammelten. Gutes Essen, regionale Weine und die Live-Musik von Rio5 sorgten für eine festliche und ausgelassene Stimmung.

Gastgeber Guido Lenzen begrüßte die Gäste herzlich und dankte allen, die die Innung nach der Flut unterstützt hatten. Stellvertretend für alle Helfer holte er Ralph Sensing, den damaligen Obermeister der Maler- und Lackierer-Innung Hannover, auf die Bühne. Sensing hatte die Innung nicht nur mit Spenden, sondern auch mit persönlichem Einsatz unterstützt. Aus dieser Unterstützung sei eine Freundschaft entstanden, die weit über das berufliche Miteinander hinausreiche.

Auch Kreishandwerksmeister Frank Wershofen richtete emotionale Worte an die Gäste. So zog sich das Motto „Together we AHR strong“ durch beide Veranstaltungstage: als Ausdruck des Zusammenhalts, der gegenseitigen Unterstützung und des gemeinsamen Blicks nach vorn. Der Landesverbandstag endete mit einem fröhlichen Fest – und mit dem Gefühl, dass aus schwierigen Erfahrungen auch dauerhafte Verbundenheit wachsen kann.

Der Landesverbandstag in Bad Neuenahr-Ahrweiler machte deutlich, wie wichtig es ist, die Folgen der Flut nicht auszublenden und zugleich den Blick auf das zu richten, was daraus erwachsen ist: Solidarität, Freundschaft und ein starker Zusammenhalt. Mit vielen fachlichen Impulsen und einem positiven Gefühl im Gepäck blickt die Malerfamilie gemeinsam in die Zukunft.

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Fotos: Leon Jakobs